Wieso wir nicht von Flinta sprechen

Da im linken Umfeld sehr häufig der Begriff „FLINTA“ benutzt wird und viele eigentlich gar nicht genau wissen, was er bedeutet, dachten wir, wir erklären ihn euch und erklären euch auch gleich warum wir diesen Begriff ablehnen.

Begriffserklärung
FLINTA ist eine Abkürzung für Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans und Agender. Der Begriff geht zurück auf Frauenräume, aus denen sich später Frauen-Lesbenräume entwickelten, um auch Lesben zu inkludieren. Zur Inklusion von trans Menschen wurde der Begriff um zusätzliche Buchstaben erweitert.
Endo = nicht intergeschlechtlich
Cis = nicht transgeschlechtlich

Seit einigen Jahren wird der Begriff in linken Räumen häufig verwendet, um alle vom Patriarchat unterdrückten Personengruppen in einem Wort zu vereinen. So ist beispielsweise davon die Rede, FLINTA-Personen wären so und so oft Opfer von sexualisierter Gewalt, würden so und so viel weniger verdienen als (endo cis) Männer, etc. Hier werden Frauen betreffende Fakten und Statistiken einfach genommen und ein anderes Wort dafür benutzt.

Und damit sind wir auch bei unserem ersten Kritikpunkt angekommen: „FLINTA“ wird einfach nur als Ersatzwort für „Frauen“ verwendet. Das führt zu einer unkonkreten und oft einfach falschen Analyse, bspw indem man bei Statistiken einfach Frauen durch FLINTA ersetzt oder indem man frauenfeindliche Gewalt allgemein auf „Gewalt gegen FLINTA“ reduziert.

2. Kritikpunkt
Mit dem Wort „FLINTA“ werden verschiedene Unterdrückungmechanismen zusammengeworfen. Frauenfeindlichkeit, Transfeindlichkeit und Interfeindlichkeit haben ihren Ursprung natürlich alle im Patriarchat, aber unterscheiden sich trotzdem stark voneinander. Zum Beispiel hat ein inter Mann mit ganz anderen Problemen zu kämpfen als eine lesbische Frau. Kämpfe zu verbinden ist wichtig, und der Kampf gegen das Patriarchat vereint uns alle. Trotzdem (oder genau deswegen) ist es wichtig, verschiedene Diskriminierungsformen klar zu benennen und zu analysieren. Auch wenn sie alle vom Patriarchat stammen, ist das Patriarchat im Wesentlichen trotzdem die gesellschaftliche Vormachtstellung von Männern über Frauen.

3. Kritikpunkt
Menschen die nichts mit der linken „Szene“ zu tun haben, wissen oft gar nicht, was der Begriff bedeutet. Mit jedem „szeneinternen“ Begriff steigt die Hemmschwelle für Menschen, die nicht Teil der „Szene“ sind, aktiv zu werden. Reden und Demosprüche, welche vor allem an Passantinnen gerichtet sind, verlieren schnell ihren Sinn, wenn die Passantinnen nicht einmal wissen, worum es geht.

4. Kritikpunkt
Wir haben das Gefühl, dass das Wort „Frau“ inzwischen einen leicht negativen Unterton bekommen hat. Auch auf unseren Demos wurde schon der Spruch „Frauen die kämpfen, sind Frauen die leben“ mit „FLINTAs die kämpfen, sind FLINTAs die leben“ überstimmt. Frauen machen immerhin die Hälfte der Weltbevölkerung aus und es sollte vor allem an feministischen Tagen möglich sein, spezifisch Frauen hervorzuheben. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass andere Diskriminierungsformen vernachlässigt werden sollten.

5. Kritikpunkt
„FLINTA“ schafft ein falsches Gefühl von Inklusivität. Frauenräume sind nicht automatisch für Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender Menschen inklusiv, nur weil man sie in FLINTA-Räume umbenennt. Genauso ist beispielsweise eine FLINTA-Party nicht automatisch ein Safe Space für Frauen. Außerdem ist es sowieso nicht immer sinnvoll, in einem Raum so viel wie möglich zu vereinen. Frauenräume haben ihre Daseinsberechtigung, genauso wie Transräume, etc.

Flinta-Räume werden oft als Orte beschrieben, in denen „FLINTA“ sich keine Sorgen vor Übergriffen durch Männer machen müssen. Das impliziert, dass man Frauen bzw. „FLINTA“ übergriffiges Verhalten nicht „zutraut“ oder diese nicht in der Lage dazu wären und ein Raum ohne Männer komplett sicher sei. Dabei inkludiert der Begriff „FLINTA“ trans und inter Männer. Diese werden dabei entweder komplett vergessen, oder unter dem Begriff als „Frauen light“ mitgemeint.

Bei vielen Themen, die vor einem halben Jahrhundert kaum Relevanz im linken Diskurs hatten, wird heute versucht, sie so unkompliziert wie möglich in bestehende Analysen zu zwängen. Egal ob FLINTA, „weiblich/männlich gelesen“ oder „weiblich/männlich sozialisiert“, nichts davon ersetzt eine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Patriarchat und seinen Auswirkungen sowohl auf Frauen allgemein als auch auf trans und inter Menschen im Besonderen.

Unsere Vorschläge:
Wir halten es für am sinnvollsten, einfach konkret zu benennen, was man meint. Beispielsweise richten wir unseren Aufruf für die jährliche Reclaim the night-Demonstration an Frauen und alle anderen, die sich Nachts aufgrund von geschlechtsspezifischer Gewalt unsicher fühlen.
Wir wollen natürlich niemandem vorschreiben, wie sie oder er zu reden hat. Deswegen ist dieser Text letztendlich auch nur ein Denkanstoß.

Frauen die kämpfen, sind Frauen die leben! Lasst uns das System aus den Angeln heben!

Repression im Nachgang der Reclaim the Night Demonstration

Zwei Blumensträuße für 300€ - Repression im Nachgang der Reclaim the Night Demonstration. Spendenaufruf.

Nach unserer diesjährigen Vorabenddemonstration zum 8. März wurden wir nicht nur von frauenfeindlichen Männern auf der Straße angegriffen, sondern auch von den Repressionsorganen. Zwei Rauchtöpfe haben der Polizei gar nicht gefallen, und sie sind damit vor Gericht gezogen. Wie absurd dieser Versuch der Kriminalisierung von linkem Protest ist, wollen wir euch zeigen:

"Während des Marsches durch die Stadt konnte des Öfteren eine negative Einstellung der Teilnehmer gegenüber der Polizei und Justiz als Institution vernommen werden, sowie auch ein Grundsatzproblem mit dem männlichen Geschlecht in unserer Gesellschaft."
Auszug aus der Ermittlungsakte der Polizei

Dass die Bullen nicht kapieren, worum es bei unserer Demonstration geht, überrascht uns nicht. Dass sie sich nicht zu schade sind, ihre eigene Peinlichkeit öffentlich zuzugeben, allerdings schon. Aber es kommt noch besser:

"Aus Deeskalationsgründen übernahm PMin Pollinger die Gesprächsführung von Frau zu Frau."
Auszug aus der Ermittlungsakte der Polizei

So wenig zu checken ist auch eine Leistung. Noch einmal langsam für alle: Unser Problem ist das Patriarchat und der kapitalistische Staat, und nicht die Existenz des männlichen Geschlechts in der Gesellschaft. Wir reden natürlich nicht mit den Bullen, auch nicht „von Frau zu Frau“.

Dass nicht die Männer, die uns während und nach der Demonstration pöbelnd und aggressiv bedrohen wollten vor Gericht landen, sondern wir, zeigt uns erneut:
Dieser Staat schützt mich nicht – meine Schwestern schützen mich!

Der Strafbefehl von 2.000€ konnte vor Gericht auf ein Bußgeld von 300€ verringert werden. Dazu kommen noch Anwalts- und Gerichtskosten.
Gleichzeitig wird ein weiterer Genosse im Nachgang der Proteste gegen die AfD in Osterhofen kriminalisiert.
Insgesamt haben wir damit Repressionskosten von etwa 2.800€ zu stemmen.

https://www.gofundme.com/f/repression-im-nachgang-der-reclaim-the-night-demonstration

Danke für eure Unterstützung!
Solidarität ist unsere Waffe!

CSD 2026 – Nachbericht

Am 27. Juni haben wir wie letztes Jahr einen antikapitalistischen CSD veranstaltet.
Trotz 39 Grad sind wir als bunter, kämpferischer Demozug durch die Innenstadt gelaufen. Ziel war es, auf den notwendigen Kampf für Rechte queere Menschen aufmerksam zu machen und an die historischen Wurzeln des Christopher Street Days zu erinnern.
Nach der Demonstration fand von 19-22 uhr der stationäre Teil der Kundgebung am Neupfarrplatz statt. Es gab kostenloses Essen, bereitgestellt von der Küfa Regensburg und dem Crêpe-Kollektiv sowie gratis Getränke, damit wollen wir allen Menschen die Teilhabe ermöglichen, unabhängig ob sie sich im Sommer das Geld für kühle Getränke leisten können.
Wir haben auch dieses Jahr bewusst keinen Unternehmen oder Parteien eine Werbefläche geboten. Stattdessen gab es viele Infostände unterschiedlicher Gruppen.
Neben vielen kämpferischen Reden haben wir uns besonders über den Auftritt von lowladder. gefreut. lowladder. ist bei der Hitze 6h im Zug gefahren um uns mit politischen Texten und starken beats zu versorgen!

Danke an Alle die trotz der Hitze da waren und mit uns ein Zeichen gegen Kommerzialisierung eigentlich kämpferischer Veranstaltungen gesetzt haben!

Stonewall was a riot!

Gedenken zur Aktion T4

Vor fast drei Wochen jährte sich der größte Transport von chronisch und psychisch kranken sowie behinderten Personen von Regensburg Karthaus-Neuprüll nach Schloss Hartheim Nähe Linz im Rahmen der T4 Aktion zum 85. Mal.

Ab 1933 wurden über 500 Patienten der Anstalt zwangssterilisiert. Zwischen dem 4. November 1940 und dem 5. August 1941 gingen fünf Sammeltransporte direkt von Regensburg in die NS-Tötungsanstalt Hartheim, wo 642 Patienten aus Regensburg in der Gaskammer ermordet wurden. Nach dem Ende der Deportationen starben noch einmal rund 950 Patienten an Hunger, Kälte und Verwahrlosung in der Anstalt.

An diese schlimmen Taten erinnert auf dem Gelände des Bezirksklinikums ein Denkmal. Dieses wurde einige Tage vor den Jahrestag am 16./17.Mai von Unbekannten beschädigt. Egal ob aus Zerstörungswahn oder ideologischen Gründen, wir dürfen nicht wegschauen!
Der Staat baut gerade rapide das Sozialsystem ab, am meisten betroffen davon sind behinderte und chronisch kranke Menschen. Es gibt Pläne in verschiedenen Bundesländern in Deutschland, psychisch kranke Personen auf Listen setzen zu lassen.

Um verhindern zu können, dass Dinge wie die T4 Aktion noch einmal passieren, müssen wir uns geschlossen gegen Ableismus stellen und an der Seite der behinderten, psychisch und chronisch kranken Menschen kämpfen – diese sollten den Kampf gegen ihre Ausgrenzung und Verwahrlosung nicht alleine führen müssen!
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Trans Day of Visibility 2026

🏳️‍⚧️ Trans Day of Visibility – 31.03.2026, 17 Uhr 🏳️‍⚧️
Wir kommen am St.-Kassians-Platz in Regensburg zusammen, um zu feiern, zu kämpfen und vor allem: sichtbar zu sein.
Weil trans-Sein kein Versteckspiel sein darf. Weil jede Person das Recht hat, sich selbst zu definieren, ohne Angst vor Anfeindungen. Weil wir zeigen wollen: Wir lassen uns nicht unsichtbar machen.
Leider müssen wir feststellen, dass die Angriffe zunehmen. Patriarchale und transfeindliche Politik hat weiterhin Aufwind und mit ihr steigt die Gewalt gegen Queers und besonders gegen trans Menschen.
Doch wir bleiben laut. Wir bleiben sichtbar. Wir bleiben kämpferisch.

🩷 OPEN CALL – Einladung an trans Personen:
Redner*innen und Musikperformances gesucht! Wenn du etwas beitragen möchtest, melde dich gerne bei uns.

🩵 Bei gutem Wetter möchten wir nach den Redebeiträgen am St.-Kassians-Platz verweilen. Nehmt gerne Picknickdecken, Spiele, (alkoholfreie) Spaßgetränke und Snacks mit. Auch hier könnt ihr Instrumente mitnehmen und für die Runde spielen.

🤍 Lasst uns sichtbar sein und Raum einnehmen!

Willkommen sind trans Personen und Allies.

Reclaim the Night 2026 (Nachbericht)

Auch dieses Jahr sind wir mit einem 120 Personen starken Demozug zum 07.03. auf die Straße gezogen, um uns und allen, die im Dunkeln Angst haben müssen, die Nacht zurückzuerobern.
Mit einer starken Auftaktrede der Linksjugend Regensburg sind wir vom Dachauplatz zum Bismarckplatz gezogen.
Auf dem vermeintlich kurzem Weg hat sich bewiesen, warum wir auch heute noch nachts Angst haben, unsere Sicherheit erkämpfen müssen und von wem. Mit Beleidigungen, Pfiffen und Einschüchterungsversuchen wollten uns umstehende Männer von der Straße treiben und den kleinen Raum, den wir uns als Gruppe erkämpft haben, nehmen. Geendet haben diese Attacken darin, dass eine Gruppe Männer nach der Endkundgebung unser Femizid-Banner runterrissen, sich über den Inhalt lustig machten und uns und unsere Freund*innen physisch angriffen. Eben deswegen sind kämpferische Reden wie die vom Solidarischen Aufbruch Straubing, der Plattformistischen Initiative und unsere eigene so wichtig. Gepaart mit der Solidarität die unsere Demoteilnehmer*innen bewiesen haben, konnten wir stark dagegenhalten und werden nicht ruhen bis das Patriarchat zerschlagen ist!
Bis dahin: Seid stark, seid solidarisch und passt auf einander auf!

Reclaim the Night 2026

Auch dieses Jahr gehen wir wieder auf die Straße, um Regensburg zu zeigen, dass wir uns die Nacht nicht nehmen lassen!
Eingeladen sind Frauen und alle Anderen, die nachts alleine Angst vor sexualisierter und geschlechtsbezogener Gewalt haben müssen.
Die Startkundgebung wird um 19:30 Uhr am Dachauplatz stattfinden. Wir werden als
Demonstrationszug zum Bismarckplatz laufen, wo dann die Endkundgebung stattfindet.
Gerne können Menschen, die sich nicht angesprochen fühlen, ihre Solidarität bei der Endkundgebung am Bismarckplatz ab ca. 20:00 Uhr kundtun.

Egal wo man weltpolitisch hinschaut: antifeministische Debatten, Gesetze und patriarchale Gewalt nehmen zu. In Europa werden allein seit 2019 Milliarden Euro in Aktionen gegen Geschlechtergleichstellung und Angriffe auf reproduktive Rechte gesteckt.
Während in den 20210er Jahren die Debatte noch von #metoo und #bodypositivity geprägt war spüren wir jetzt schon den deutlichen Umschwung durch das Erstarken rechter Parteien. Statt #metoo gibt es Stadtbilddebatten, statt #bodypositivity Ozempic Hypes.
Nicht Migration oder Körperbilder sind das Problem, sondern patriarchale Strukturen.
Und wir spüren alle tagtäglich dass uns dieses System unterdrückt, ausbeutet oder tötet.
Aber diese Strukturen sind nicht in Stein gemeißelt und wir haben lange genug leise und alleine über die Zustände der Welt getrauert.

Also packt eure Freund*innen ein, seid kämpferisch und nehmen wir uns die Nacht zurück!

Rave gegen Repressionen

Diesen Donnerstag von 20:15 bis 2 Uhr heißt es in der alten Filmbühne Rave gegen Repressionen! 🪩✨
Einer unserer Genossen hat sich für eine gerechtere Welt eingesetzt und dafür eine Anzeige kassiert, durch das Verfahren sind hohe Kosten entstanden. Um ihn nicht im Stich zu lassen wollen wir gemeinsam feiern und Spenden für Ihn sammeln.
Falls was über bleibt, geht das Geld zum Teil an Galeria für Alle und an die Rote Hilfe.
Also kommt vorbei, feiert mit uns lasst ein paar Soli-Euros da 🙌