Wie jedes Jahr am 20. November versammelten wir uns auch dieses Jahr mit vielen Menschen zum Transgender Day Of Remembrance, um unseren ermordeten trans Geschwistern zu gedenken. Kerzen und Rosen haben wir am St. Kassiansplatz niedergelegt, für alle, die uns genommen wurden. Wir hörten die Namen aller Getöteten, bewegende Reden und persönliche Schicksale. Wir danken allen, die mit uns gefroren und geweint haben und wir kämpfen weiter für die, die es nicht mehr können 🌹🕯️
Kategorie: Nachberichte
CSD Regensburg 2025
Am Samstag, dem 28.06. fand zum 56-Jahrestag der Stonewall Riots der erste antikapitalistische Christopher Street Day in Regensburg statt. Damit sollte auf den weiterhin notwendigen Kampf für Rechte von queeren Menschen aufmerksam gemacht werden.
Die Demonstration startete um 15 Uhr am Hauptbahnhof. Nach einer Einführung durch Aufbruch Regensburg und einer Rede der Linksjugend solid bewegte sich der Demozug mit ca. 400 Teilnehmenden mit Pride-Flaggen, Transparenten und Sprechchören durch die Innenstadt Richtung Haidplatz, wo von 16 bis 20 Uhr der stationäre Teil der Demo stattfand. Beliebte Sprüche während der Laufdemo waren unter anderem „Queers die kämpfen sind Queers die leben – lasst uns das System aus den Angeln heben!“ und „We will not be quiet – Stonewall was a riot“.
Am Haidplatz gab es unter anderem Essen und Getränke kostenlos oder gegen freiwillige Spende, zur Verfügung gestellt von der Küche für alle (Küfa) bzw. Aufbruch. Mit Infoständen vertreten waren die Gruppen: MSV, Schülis gegen Rechts, Linksjugend solid, Solidarische Aufbruch Straubing, Queere Kunst, QAF Nürnberg sowie Studies gegen Rechts.
Das Bühnenprogramm der stationären Kundgebung bestand aus mehreren Reden und 2 Bands. Zum einen feministischer Rap der Band „Die Arschlöcherinnen“ zum anderen die Regensburger Punk Band „Erection“.
Den Anfang bei den Reden machte der solidarische Aufbruch Straubing. In der Rede ging es um FakeAllyship und um erstarkende rechte Angriffe.
Die nächste Rede – vorgetragen von Aufbruch Regensburg – warf einen Blick in die Vergangenheit und bot einen historischen Überblick über die widerständigen sowie klassenkämpferischen Ursprünge des Christopher Street Days. Des Weiteren wurde beleuchtet wie CSDs von Firmen, zum Zwecke der Image Aufpolierung, vereinnahmt werden und die Wichtigkeit der Rückeroberung betont.
In der darauffolgenden Rede ging es um die persönlichen Erfahrungen einer asexuellen und non-binären Person. Darum, wie verwirrend es war in einer Welt aufzuwachsen, in der romantische Bindungen gefühlt über allem anderen stehen. In der Rede wurde betont, dass wir als Gesellschaft überdenken müssen, wie wir ‚zwischenmenschliche Beziehungen eingehen‘ ansehen, da romantische Liebe eben nur eine von vielen Arten ist zu lieben. Die Person beschreibt es wie Folgt:
„Romantische Partner*innen sind bestimmt toll, aber eben auch nur eine von vielen zwischenmenschlichen Bindungen, die alle bei unterschiedlichen Menschen unterschiedlich wichtig sind.“
Die vierte Rede, vorgetragen von Marie, betonte, dass mit derzeit wachsender Gefahr für queere Personen es besonders wichtig ist safe(r) spaces aufzubauen und zu verteidigen. So wie 1969 für das Stonewall Inn gekämpft wurde. Besonders queere Kinder brauchen Sicherheit und queere Ansprechpersonen. Deshalb gründet Marie gerade den Verein Jung&bunt.
„Die Jugendgruppe „jung&bunt“ soll alle 2 Wochen im W1 zu einem Ort werden, an dem jedes Kind und jede*r Jugendliche*r, egal ob geoutet oder ungeoutet, egal ob queer oder geboren in einer queeren Familie Sicherheit und Ansprechpersonen finden.“
Als letzter Redebetrag vor dem ersten musikalischen Akt geplant war ein Poetry-Slam von den Studies gegen Rechts zum Tehma Queerness im Erwachsenenleben, dieser musste aufgrund von Krankheit leider ausfallen. Der Slam sollte damit abschließen, dass trans sein auch im Alter normal ist und trans Personen auch im späteren Leben noch trans sind und sie sich auch nicht verstellen wollen. „Aber vor allem will ich, dass junge queere Menschen wissen, dass wir existieren“.
Statt des Slams hörten wir eine Rede, in der damit aufgeräumt wurde, wie weit queere Rechte vermeintlich schon wären. Da Erfolge wie die gleichgeschlechtliche Ehe kein Jahrzehnt her sind und andere, wie das Selbstbestimmungsgesetz, jetzt schon wieder in Gefahr sind. Auch wurde das ausbaufähige Selbstbestimmungsgesetzes, vor allem was die systematische Ausgrenzung von trans Frauen aus Schutzräumen angeht, angeprangert. Ebenso wurde mit der Angstmacherei um trans Kinder und Jugendliche aufgeräumt und dafür plädiert, diesen Kindern zuzuhören, wenn sie über so grundsätzliche Aspekte ihrer Identität sprechen.
Nach dem Auftritt der feministischen nürnberger Rap Gruppe „die Arschlöcherinnen“ ging es weiter mit kämpferischen Reden.
Die nächste Person sprach von 100 Schmerzen und 100 Kriegen die geduldet werden. Und zeigte sich entsetzt, dass ausgerechnet Liebe zwischen Menschen das, ist was manche nicht ertragen.
Die darauf folgende Rede des Aufbruch Regensburg ging, unter einem „Queers for Palastine“ Banner, darauf ein, wie Solidarität für Palästina mit dem Kampf für Rechte queerer Menschen zusammenhängt. Für Menschen, die ums Überleben kämpfen müssen, ist es unmöglich, eine soziale Revolution durchzuführen. „Wir wollen nicht mehr Diversität bei der Bundeswehr, Frauen die uns zeigen, wie man Menschen erschießt, eine Annalena Baerbock in einer Führungsposition. Es ist keine Vielfalt darin, das Sterben für das Heimatland zu glorifizieren und hinzunehmen.“
Die letzte Rede des Abends hielt eine Person von Schülis gegen Rechts und warf die Frage, warum rechte Ideen, insbesondere Queerfeindlichkeit, sich weiter in der Geselschaft breit machen, während die Unterstützung durch Politik bzw. Unternehmen wegbrechen und Anfeindungen gegen Queers zunehmen, auf. Diese Frage wurde daraufhin mit „früher oder später setzt sich in dieser Welt leider das durch was am profitabelsten ist“ beantwortet. Die klassische Familienstruktur sei schlichtweg am profitabelsten. Queere Person stellen dieses Konzept in Frage, weshalb sie vom kapitalistischen System bedroht werden. Deshalb: „Queere Befreiung wie wir sie schon bei Stonewall forderten geht nur antikapitalistisch.“
Das Selbstbestimmungsgesetz sei zwar ein Zugeständnis der Politik, aber auf die Politik sei kein Verlass, da die nächste Amtszeit einfacher mit klaren Feindbildern erreicht werden kann. Weil diese den Kapitalismus begünstigen.
Von 19 bis 20 Uhr spielte die Regensburger Punk Band „Erection“.
Die Veranstaltung wurde ohne größere Zwischenfälle beendet. Wir danken allen, die dabei waren und mitgeholfen haben dieses Event möglich zu machen. Uns ist es ein persönliches Anliegen, nicht nur am 28.06. sondern immer auf Missstände hinzuweisen und hinter die glizernde Fassade der CSDs zu blicken und uns auf den Ursprung der „Queer Liberation“ zu beziehen. Niemand ist frei, bis alle frei sind von Unterdückung, Ausbeutung, Krieg und Hunger!
Antikapitalistischer 1. Mai 2025 – Nachbericht
Auch dieses Jahr haben wir mit dem Bündnis Antikapitalistischer 1. Mai Regensburg unter dem Motto „Kein Frieden mit dem Kapitalismus“ zur antikapitalistischen 1. Mai Demonstration aufgerufen.
Mit über 1000 Menschen sind wir trotz der Mittagshitze lautstark und kämpferisch durch die Innenstadt gezogen und haben auf der Endkundgebung eine Rede über Carearbeit im Kapitalismus gehalten.
Danach ging es weiter auf dem Straßenfest der SRA Regensburg am Haus der bayerischen Geschichte. Dort haben wir an unserem Stand Kuchen und Muffins gegen Spende verteilt, Musik gehört und die kämpferische Demo ausklingen lassen.
Wer Lust hatte, konnte auch an unserem „Pechrad“ drehen und Zukunftsnieten ziehen – ob du nach 40 Jahren Arbeit in die Altersarmut ruscht oder deine Wohnung verlierst,weil dein Vermieter Eigenbedarf anmeldet – im Kapitalismus ist alles möglich!
Wir wollen mit allen Menschen, die am 1. Mai auf der Straße waren oder sich auf irgendeine Weise für linke Themen einsetzen, Seite an Seite für eine bessere Welt kämpfen.
Wenn wir nicht nur am 1. Mai laut sind, sondern uns jeden Tag entschlossen gegen dieses System stellen, dann werden wir wirklich gemeinsam darüber streiten können, wie wir uns unsere Zukunft vorstellen und sie gemeinsam gestalten- ohne Zukunftsnieten sondern mit dem Hauptgewinn für uns Alle!
Trans Day of Visibility 2025 – Nachbericht

Am Montag, 31.03., war Trans Day of Visibility. Am Neupfarrplatz haben sich Queers und Allies versammelt, um mal nicht nur über die individuelle und strukturelle Gewalt gegenüber trans Personen zu sprechen, sondern um Trans Joy zu zelebrieren.
Euch alle da zu sehen, hat uns hoffnungsvoll gemacht. Auch wenn das Selbstbestimmungsgesetz immer noch diskriminierend ist und die steigende Transfeindlichkeit in den USA und hier in Europa uns alle beängstigt, ihr habt gezeigt, dass wir nicht aufhören werden, laut zu sein und für unser Recht auf Existenz auf die Straße zu gehen.
Trans Menschen existieren! Wir werden nicht aufhören uns zu zeigen!
Danke fürs Kommen 🩷🩵🤍
Reclaim the Night! (2025) – Nachbericht
Erneut sind wir zum 7.März auf die Straßen gegangen, um gegen die auch weiterhin vorherrschende sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt aufmerksam zu machen und zu protestieren. Protestieren gegen dieses System in dem wir immer noch Tag für Tag Angst haben müssen.
Nach einer starken Rede am Dachauplatz sind wir lautstark zu hundert durch die Stadt zum Bismarckplatz gezogen, wo wir anschließend erneut einigen Reden beigewohnt haben.
Vielen lieben Dank an Studis gegen Rechts, Linksjugend Solid, Schülis gegen Rechts und unsere Redner*innen für die starken und kämpferischen Reden!
Organisiert euch, baut Strukturen auf und passt aufeinander auf bis wir auch nächstes Jahr wieder auf die Straßen ziehen, egal wie lange es auch noch dauern mag. Wir geben nicht auf bis das patriarchale System gefallen ist!
Demo gegen Rechts am 02.02.2025
Heute haben wir mit 20.000 anderen Menschen an der Demo gegen Rechts in Regensburg teilgenommen.
Dabei hatten wir Banner und Plakate, mit denen wir darauf aufmerksam gemacht haben: nicht nur die AfD und CSU, fast alle Parteien wollen Abschiebungen, Sozialabbau, Aufrüstung und Vereinzelung.
Während die AfD (und mittlerweile zumindest auch die CDU) als Ziel der „Gegen Rechts“-Bewegung adressiert wurden, haben wir darauf hingewiesen, dass innerhalb aller Parteien rechte Tendenzen mehr und mehr normalisiert und in rassistischen Gesetzen festgeschrieben werden.
Sei es ein Scholz, der im großen Stil abschieben will, ein Lindner, der vor Sozialtourismus warnt, oder die grüne Kriegstreiberpartei.
Daher sagen wir: Politik ist eben nicht einmal im Jahr demonstrieren gehen, Politik ist nicht alle vier Jahre ein Kreuzchen setzen und darauf hoffen, dass es andere schon für einen richten werden.
Wenn du Demokratie und eine gerechte Gesellschaft möchtest, dann musst du für sie eintreten – wo du arbeitest, lernst, lebst. Wir wissen nicht wie sich die politische Lage entwickelt, aber wir wissen sehr wohl, dass der Kapitalismus den Faschismus braucht, um langfristig bestehen zu können. Und wir wissen weiter, dass das Kapital nichts mehr fürchtet, als wenn sich Menschen solidarisch zusammenschließen und für ihre Sache kämpfen.
Gemeinsam mit unseren Genoss*innen sind wir nach der Kundgebung im internationalistischen Block mit einem lauten und ausdrucksstarken Demozug bis zum Straßenfest am Haidplatz gelaufen.
Romantischer Weihnachtsprotest gegen Thurn und Taxis (2024)
Auch dieses Jahr haben wir zusammen mit vielen anderen Gruppen einen antikapitalistischen Weihnachtsmarkt veranstaltet. Am Emmeramsplatz, direkt gegenüber vom Christkindlmarkt der „Fürstin“ Gloria von Thurn und Taxis haben wir kostenlos Punsch und Plätzchen verteilt, sind mit Menschen ins Gespräch gekommen und haben Musik und Reden gehört.
Mit unserem selbstorganisierten Weihnachtsmarkt wollen wir zeigen, dass weihnachtliche Stimmung und Miteinander auch ohne den Konsum von überteuertem Glühwein und Eintrittspreisen geht – und vor allem ohne eine rassistische, homophobe Gloria von Thurn und Taxis zu unterstützen, die seit Jahren menschenverachtende, rassistische und homophobe Ideologie verbreitet, den Klimawandel leugnet und gegen Queers und Geflüchtete hetzt.
Um darüber aufzuklären haben wir Flyer mit Aussagen der „Fürstin“ vorm Schloss verteilt.
Außerdem haben wir auch dieses Jahr mit Gläsern das unvorstellbare Vermögen der Familie Thurn und Taxis visualisiert und ein paar Ideen aufgezeigt, welche tollen Sachen für die Stadt und uns Alle mit so einer Summe geschaffen werden können!
Punsch und Plätzchen für Alle statt rechte Hetze!
Trans Day of Remembrance
Am 20.11. haben wir uns anlässlich des Trans Day of Remembrance am Rathausplatz versammelt und um die trans* Personen getrauert, welche im letzten Jahr ihr Leben verloren haben.
Trotz der Kälte waren viele Menschen da, um mit uns zu gedenken. Danke für euer Kommen.
Say their Names.

Queere Befreiung bleibt unser Kampf…
…gegen Staat und Kapital!
Am 6.7. haben wir uns vor dem CSD in Regensburg zu einer revolutionären Kundgebung getroffen. Unser Anliegen: deutlich zu machen was Pride für uns bedeutet und am Regensburger CSD klar aus dem Fokus rutscht.
Redebeiträge gab es unter anderem vom AK Queer Regensburg, in welchen ganz klar geäußert wurde, was wir wollen. Konzerne gehören nicht auf den CSD, ebensowenig Parteien, die sich null um Rechte queerer Menschen kümmern, für einen Tag beim Kondome-Herausgeben allerding so tun und genau so unangebracht ist die Verherrlichung von Substanzen a la „Vielfalt braucht Pegel“!
Wir sind mit ca. 100 Menschen Richtung Domplatz gezogen und haben uns dort in den Umzug eingereiht. Leider mussten wir auch hier wieder festellen, dass schnell vergessen wird, wofür unsere Geschwister bei den Stonewall Riots gekämpft haben, als uns mit der Polizei gedroht wurde!
Beendet haben wir unsere Teilnahme mit einem Redebeitrag auf der CSD-Bühne, in der wir nochmal klar gemacht haben: Unsere Existenz ist nicht für euren Kommerz da, Firmen gehören nicht auf CSDs, die Ausbeutung und Unterdrückung von queeren Menschen muss aufhören!
Queerer Aufbruch, jetzt!
Nachbericht antikapitalistischer 1. Mai 2024
Dieses Jahr war die antikapitalistische 1. Mai-Demo in Regensburg mit besonders warmen Maiwetter gut besucht.
Unter dem Bündnismotto Streiken! Besetzen! Enteignen! haben wir uns mit ca. 700 Menschen aller Altersgruppen wie letztes Jahr wieder am Schwammerl mit Musik, Verlesen des Aufrufs und einer starken Rede vom IKS Regensburg versammelt.
Im Anschluss machten wir uns über die Maximilianstraße und die Innenstadt auf zum Bismarckplatz, um dort auf der Zwischenkundgebung eine Rede von FFF Regensburg über die Verbindung von Klimagerechtigkeit und Antikapitalismus und eine Rede der anarchistischen Gruppe Regensburg zum Verhältnis von Lohn- und Lebenszeit zu hören. Während der Zwischenkundgebung wurde die Demonstration kurz von der Polizei gestört, die ein „Björn Höcke ist ein Nazi“-Plakat für „Beleidigung“ hielt, und es beschlagnahmte.
Trotz der Mittagshitze und der unnötigen Störung durch die Polizei ging es lautstark und kämpferisch weiter über die Keplerstraße zum Dom bis zum Schwanenplatz, wo wir uns für die Endkundgebung versammelten und unsere Rede über die mangelnde Anschlussfähigkeit der radikalen Linken an Massenproteste hielten. Diese könnt ihr gerne noch auf unserer Website nachlesen.
Nach der Abschlussrede der SRA Regensburg ging es weiter mit dem Straßenfest der SRA am Haus der bayerischen Geschichte. Dort haben wir an unserem Stand Kuchen und Muffins gegen Spende verteilt, Musik gehört und die kämpferische Demo ausklingen lassen.
