Gedenken zur Aktion T4

Vor fast drei Wochen jährte sich der größte Transport von chronisch und psychisch kranken sowie behinderten Personen von Regensburg Karthaus-Neuprüll nach Schloss Hartheim Nähe Linz im Rahmen der T4 Aktion zum 85. Mal.

Ab 1933 wurden über 500 Patienten der Anstalt zwangssterilisiert. Zwischen dem 4. November 1940 und dem 5. August 1941 gingen fünf Sammeltransporte direkt von Regensburg in die NS-Tötungsanstalt Hartheim, wo 642 Patienten aus Regensburg in der Gaskammer ermordet wurden. Nach dem Ende der Deportationen starben noch einmal rund 950 Patienten an Hunger, Kälte und Verwahrlosung in der Anstalt.

An diese schlimmen Taten erinnert auf dem Gelände des Bezirksklinikums ein Denkmal. Dieses wurde einige Tage vor den Jahrestag am 16./17.Mai von Unbekannten beschädigt. Egal ob aus Zerstörungswahn oder ideologischen Gründen, wir dürfen nicht wegschauen!
Der Staat baut gerade rapide das Sozialsystem ab, am meisten betroffen davon sind behinderte und chronisch kranke Menschen. Es gibt Pläne in verschiedenen Bundesländern in Deutschland, psychisch kranke Personen auf Listen setzen zu lassen.

Um verhindern zu können, dass Dinge wie die T4 Aktion noch einmal passieren, müssen wir uns geschlossen gegen Ableismus stellen und an der Seite der behinderten, psychisch und chronisch kranken Menschen kämpfen – diese sollten den Kampf gegen ihre Ausgrenzung und Verwahrlosung nicht alleine führen müssen!
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!